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Weitere Proteste in Iran angekündigt

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Weitere Proteste in Iran angekündigt

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Anhänger des unterlegenen Bewerbers bei der iranischen Präsidentenwahl wollen auch heute ihre Proteste fortsetzen. Für morgen hat Mir Hussein Mussawi sie außerdem dazu aufgerufen, Solidarität mit denen zu zeigen, die bei den bisherigen Protesten getötet oder verwundet wurden. Dazu sollten sie friedlich demonstrieren oder sich in den Moscheen versammeln.

Mussawi hatte die Präsidentenwahl am Freitag deutlich gegen Machmud Achmadinedschad verloren, den Amtsinhaber. Achmadinedschad hatte nach dem offiziellen Ergebnis fast doppelt so viele Stimmen wie Mussawi. Mussawi, der populäre Regierungschef der achtziger Jahre, sieht hier Wahlfälscher am Werk. Seine Einwände hat er dem geistlichen Führer Irans mitgeteilt, Ajatollah Ali Chamenei. Der hat daraufhin Neuauszählungen der Stimmen in einigen Fällen angekündigt. Mussawi will allerdings die Annullierung der Abstimmung und eine neue Wahl. Solche Proteste wie jetzt hat es seit der islamischen Revolution vor dreißig Jahren nicht gegeben. Derartige Bilder sind im Staatsfernsehen nicht zu sehen; und ausländische Korrespondenten dürfen nicht filmen. Per Handy gelangen einige Aufnahmen trotzdem ins Ausland – unter hohem Risiko, sagt Jean-Francois Juillard, Leiter der Reporter ohne Grenzen. Man könne verhaftet werden, bloß weil man mit dem Handy ein paar Bilder gemacht habe. Inzwischen hat der Iran den deutschen Botschafter und weitere ausländische Diplomaten einbestellt. Die amtlichen Medien berichten, die westlichen Regierungen seien aufgefordert worden, den Ausgang der Wahl zu respektieren und sich nicht in die inneren Angelegenheiten einzumischen.