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Berlusconi wieder in den Schlagzeilen

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Berlusconi wieder in den Schlagzeilen

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Silvio Berlusconi ist wieder in den Schlagzeilen – aber ob zu Recht, das muss sich erst noch herausstellen. Käufliche Damen von einer Begleitagentur sollen bei Feiern dabeigewesen sein, in Häusern von ihm in Rom und auf Sardinien.

Mitgebracht und bezahlt hat sie allerdings jemand anders: ein Unternehmer, der wegen anderer Ermittlungen abgehört worden war und dabei auch darüber sprach. Die Opposition – wie in diesem Fall Massimo Donadi von der Partei IDV – versucht nun, Berlusconi als unzuverlässig darzustellen: als einen Regierungschef, der Verbindungen zu Mafiaverdächtigen unterhalte; der ein Privat- und Liebesleben am Rande des Erlaubten pflege und der deshalb von dunklen Mächten erpressbar sei. Eine der Frauen sagt im Zeitungsinterview, sie sei bei zwei derartigen Feiern dabeigewesen, beide Male in Berlusconis Villa in Rom. Davon habe sie auch Tonaufnahmen. Berlusconis Anwalt hält dagegen, das könne zwar stimmen – aber man könne ja nicht kontrollieren, wen jeder Gast an solchen Abenden als Begleitung mitbringe. Ignazio La Russa, der Verteidigungsminister aus Berlusconis Partei, macht seinem Titel alle Ehre: Von vollkommener Solidarität spricht er und prangert einen Versuch an, sich in Berlusconis Privatleben einzuschleichen und so das Bild Italiens zu beschädigen sowie die Handlungsfähigkeit der Regierung. Unangenehme Schlagzeilen macht Berlusconi zur Zeit allerdings reichlich: zum Beispiel mit seiner Scheidung, aber auch mit einem rätselhaften Geburtstagsbesuch bei einer gerade einmal volljährigen Schönheit und mit dem Streit um die Veröffentlichung von Bildern von Privatpartys.