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Bildungsstreik gegen Bologna-Prozess

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Bildungsstreik gegen Bologna-Prozess

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Mit Aktionen in mehr als 70 deutschen Städten hat der seit Montag andauernde “Bildungsstreik” seinen Gipfel erreicht. Tausende Schüler, Studenten, Lehrer und Professoren demonstrierten gegen Studiengebühren und eine Verkürzung der Schulzeit auf zwölf Jahre, für mehr Chancengleichheit und Qualität: “Die Klassen müssten kleiner sein und die Unterrichtsräume auch viel besser ausgestattet”, sagt eine Schülerin in Frankfurt am Main.

Immer wieder stellen internationale Experten dem deutschen Bildungssystem ein schlechts Zeugnis aus. Es trennt die Schüler oft zeitig, darunter leiden vor allem langsame Lerner. “Zuerst einmal wollen wir eine Schule für alle, das heisst kein dreigliedriges Bildungssystem mehr”, so eine Demonstrantin in Berlin, “und wir wollen ne kostenlose Bildung für alle, das heisst dass auch sozial schwächere Chance haben auf eine richtige Bildung und auf einen Studienplatz.” Die CDU hatte in sechs von 16 Ländern Studiengebühren eingeführt. Die SPD will am kostenfreien Studium festhalten. Die Studenten forderten auch eine Reform der Bachelor- und Master-Studiengänge, die nach dem europäischen Bologna-Prozess neu eingeführt worden waren. Insgesamt zählten die Organisatoren knapp eine Viertelmillion Teilnehmer, die Polizei zum Teil deutlich weniger Demonstranten.