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Erderwärmung: H2O zu flüssig und an der falschen Stelle

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Erderwärmung: H2O zu flüssig und an der falschen Stelle

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Auf diese Vorreiter-Rolle würde Norditalien gern verzichten: Hier lässt die Erderwärmung die Temperaturen schneller steigen als woanders in Europa. Im Hitzesommer 2003 brach in den Alpen das grosse Tauwetter an – seither tröpfeln die Gletscher immer schneller weg. Dieser Mai war wieder mal der heisseste seit 250 Jahren. Und selbst das ewige Eis der Alpen schwindet.

Alpinist Rinaldo Carrel: “Das Klima hat sich schon verändert. Da muss man sich nur umsehen. Die Gletscher schmelzen, die Temperaturen steigen. Das ist eine Tatsache.” In der Nähe des Dorfes Cervinia verläuft die Grenze zwischen Italien und der Schweiz mitten durch einen Gletscher. Beunruhigt verfolgt die Bergbevölkerung die ersten Sachzwänge, die ein Verdrängen des Problems nicht länger zulassen: über weite Strecken müssen die Grenzen mit der Schweiz, Frankreich und Österreich neu vermessen werden. Kalksteinmassen werden porös und donnern als Gerölllawinen zu Tal. Noch bedrohlicher: Die ganze Region muss sich auf Wassermangel gefasst machen. Die Ski-Industrie leidet schon jetzt. Rinaldo Carrel: “Wegen der Hitze hat sich ein riesiger Felsblock gelöst. Gottseidank war niemand darunter.” Und die Gletscher zwischen Italien und der Schweiz sind nicht das Einzige, was sich in Wasser auflöst. Der Klimawandel verwüstet auch die Städte. Wie können die Städter sich wappnen ? Damit beschäftigt sich das Internationale Institut für Umwelt und Entwicklung in Grossbritannien. Die neuste Studie heisst: ‘Wie sich Städte fit machen können für den Klimawandel.’ Fast 40 Spezialisten haben Beiträge geliefert. Fazit: 100e Millionen Menschen sind durch den Klimawandel erhöhten Risiken ausgesetzt. Professor David Satterthwaite, International Institute for Environment and Development: “Nie zuvor wurden in dem Ausmass Risiken von den reichen auf die armen Nationen verlagert. Wenn wir den Klimawandel nicht stoppen, kommt der ganze Planet ins Rutschen. Selbst wenn wir ohne Verzögerung reagieren, werden hunderte Millionen Menschen wachsenden Gefahren ausgesetzt, immer höheren Lebensrisiken. Wenn wir die Luftverschmutzung nicht in den nächsten zehn, zwanzig Jahren stoppen, gefährden wir die gesamte menschliche Existenz auf dem Planeten.”