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Ajatollah fordert Ende der Proteste

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Ajatollah fordert Ende der Proteste

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Zum ersten Mal seit der umstrittenen Präsidentenwahl hat sich Irans oberster Führer öffentlich geäußert. Beim Freitagsgebet in der Hauptstadt Teheran verlangt Ajatollah Ali Chamenei ein Ende der tagelangen Massenproteste. Eine Wahl werde an der Wahlurne entscheiden und nicht auf der Straße.

Chamenei sagt, Straßenproteste seien nicht hinnehmbar. Sie beschädigten das Wahlsystem und die Demokratie. Das sei der falsche Weg. Wenn die Beteiligten damit nicht aufhörten, seien sie selbst für alle Folgen verantwortlich. Chamenei bekräftigt das Wahlergebnis und stellt sich hinter den Sieger Machmud Achmadinedschad. Dabei spricht er von Meinungsverschiedenheiten in der iranischen Führung, die aber keine Spaltung darstellten. Er nennt Achmadinedschad und dessen Vorgänger, Ali Akbar Haschemi-Rafsandschani, auch heute wieder einflussreich und bekannt als Gegner des Präsidenten. Ihm selber, sagt Chamenei, stehe Achmadinedschad mit seinen Ansichten näher. Chamenei spricht auch von Feinden des Iran: Sie würden versuchen, die islamischen Behörden in Frage zu stellen, indem sie die Wahl selbst und das Ergebnis anzweifelten. Alle Einwände gegen das Ergebnis müssten jetzt allerdings auf legalem Weg geprüft werden. Kritik an der Wahl aus dem Westen weist Chamenei scharf zurück.