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Attentat in Pakistan 2002 als Rache an Frankreich

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Attentat in Pakistan 2002 als Rache an Frankreich

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Französische Ermittler, die ein Attentat in Pakistan im Jahre 2002 aufklären wollen, ziehen die Möglichkeit eines Racheakts gegen Frankreich in Betracht: Bei dem Anschlag waren vierzehn Menschen, darunter elf Franzosen getötet worden. Als Urheber galt jahrelang das Terrornetzwerk al Kaida, doch die zuständige Behörde teilte nun den Hinterbliebenen mit, dass die Richtung der Ermittlungen geändert werde.

Ein Anwalt der Hinterbliebenen erklärte, den höchsten Repräsentanten des französischen Staates sei von Anfang an klar gewesen, dass es bei dem Attentat um ausgebliebene Kommissions-zahlungen bei einem Rüstungsgeschäft gegangen sei. Deswegen seien die Franzosen in Pakistan getötet worden. Das sei ein Märchen, sagte Staatspräsident Nicolas Sarkozy, zur damaligen Zeit Haushaltsminister.

Die elf Franzosen waren am Bau von U-Booten für Pakistan beteiligt. Für den Auftrag sollen französische Unterhändler 1994 hohe Kommissions-zahlungen zugesagt haben, die jedoch von Präsident Jacques Chirac gleich nach seinem Amtsantritt im folgenden Jahr eingestellt worden seien, heißt es in einem internen Memorandum des U-Boot-Bauers. Ein Teil des bereits gezahlten Geldes soll in die Wahlkampf-Kasse des damaligen Premierministers Edouard Balladur zurückgeflossen sein, der ebenfalls Präsident werden wollte. Dessen Wahlkampfleiter war Sarkozy.