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Bassidsch-Milizen als wirkungsvolle Waffe

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Bassidsch-Milizen als wirkungsvolle Waffe

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Berüchtigt im Kampf gegen Regierungsgegner – oder wen sie dafür halten – sind die Bassidsch-Milizen. Bilder im Internet zeigen offenbar einen Überfall auf ein Studentenwohnheim, als Reaktion auf die Proteste gegen das Wahlergebnis. Nach Angaben von Studenten töten die Bassidsch dabei mehrere Menschen; das Ausmaß der Zerstörung ist enorm.

Auch gegen Demonstranten gehen die Bassidsch vor, oft mit Knüppeln und auf den charakteristischen Motorrädern: Zumindest noch Anfang der Woche gibt es auch hier Tote. Mögliche Manipulationen in den Wahllokalen dürften ebenfalls auf ihr Konto gehen. Die Bassidsch-Milizen sind ein paramilitärischer Verband von – mehr oder weniger – Freiwilligen: wahrscheinlich einige Millionen, die Zahl ist nicht bekannt. Ihre Ortsgruppen sind an Moscheen angegliedert. Die Bassidsch leisten der Regierung Hilfs- und Spitzeldienste. So sind sie schon bisher dafür bekannt, dass sie auf der Straße vor allem Frauen zur Einhaltung von Kleidungsvorschriften zwingen. Die Wurzeln der Bassidsch liegen im Krieg gegen den Irak in den Achtzigern. Auch Frauen, Jugendliche und Ältere wurden so zum Kampf herangezogen. Oft mussten sie Minenfelder räumen. Auch heute erhalten sie eine militärische Grundausbildung. Wenn keine reguläre Polizei anwesend ist, können sie ebenso festnehmen oder beschlagnahmen – oft willkürlich. Inzwischen sind sie auch im eigenen Land eine zuverlässige Waffe der iranischen Führung – die für die Taten der Bassidsch aber offiziell nie verantwortlich ist.