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Demonstrationen in Teheran erwartet

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Demonstrationen in Teheran erwartet

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Trotz der warnenden Worte des obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei werden auch an diesem Samstag im Iran erneut Massendemonstrationen erwartet. Bei seiner Freitagspredigt vor Zehntausenden Menschen in der Universität von Teheran hatte Chamenei als höchste Autorität im Iran das Wahlergebnis bestätigt und vor weiteren Demonstrationen gewarnt. Chamenei sagte, Straßenproteste seien nicht hinnehmbar. Sie beschädigten das Wahlsystem und die Demokratie. Das sei der falsche Weg. Wenn die Beteiligten damit nicht aufhörten, seien sie selbst für ein eventuelles Blutbad verantwortlich.

Oppositionsführer Mir Hussein Mussawi, der bei der umstrittenen Präsidentenwahl Amtsinhaber Mahmud Ahmadinedschad unterlegen war, rief seine Anhänger zu einer großen Protestkundgebung in Teheran auf. Sie wurde vom Innenministerium verboten. Mussawi reagierte bislang nicht auf das Verbot. Die Opposition hält das Ergebnis der Präsidentenwahl für gefälscht und fordert Neuwahlen. Nach Berichten des britischen “Guardian” lag die Wahlbeteiligung in einigen Wahlkreisen bei über 100 Prozent.

Der einflussreiche Wächterrat, der Ahmadinedschad nahe steht, lud die drei unterlegenen Kandidaten ein, an der Prüfung eines Teils der Wahlergebnisse teilzunehmen. Nach Berichten von “Reporter ohne Grenzen” wurden im Iran bislang 17 Journalisten festgenommen. Offiziellen Angaben zufolge wurden bei den Protesten seit dem vergangenen Wochenende bislang mindestens acht Menschen getötet, andere Quellen berichten von mehr als 30 Toten.