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Trotz Verbot Proteste in Teheran

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Trotz Verbot Proteste in Teheran

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Trotz scharfer Warnungen haben wieder Tausende Menschen versucht, gegen den Ausgang der Präsidentenwahl zu protestieren. Inzwischen geht aber die Polizei gegen solche Kundgebungen vor. Einem Augenzeugen zufolge wurde mindestens ein Mann durch Schüsse verwundet; nach wie vor seien Schüsse zu hören.

Was heute geschehen ist, darüber gibt es wegen der iranischen Beschränkungen nur lückenhafte Angaben. Fest steht aber, dass die Proteste jetzt als illegale Kundgebungen behandelt werden, gegen die vorgegangen wird. Illegal waren sie auch in den letzten Tagen, wurden aber geduldet. Der oberste iranische Führer verlangte gestern jedoch ein Ende der Straßenproteste und drohte, die Demonstranten seien sonst für alle Folgen selber verantwortlich. Auch von Blutvergießen war die Rede. Eine iranische Nachrichtenagentur berichtet außerdem von einem Selbstmordattentat, bei dem offenbar mehrere Menschen verletzt wurden. Der Vorfall soll sich am Mausoleum von Ajatollah Ruhollah Chomeini ereignet haben, dem ehemaligen Revolutionsführer. Was dahinter stecken könnte, ist unklar. Der bei der Wahl unterlegene Mir Hussein Mussawi erhebt jetzt schwere Vorwürfe: In einem Brief an den Wächterrat, das höchste Gremium, schreibt er, die von ihm vermutete Wahlfälschung sei schon monatelang vorbereitet gewesen. Mussawi bleibt auch bei seiner Forderung, die Abstimmung müsse annulliert und eine neue Wahl abgehalten werden. Vor Anhängern verkündete er am Abend in Teheran, er werde seinen Weg weitergehen und sei auch bereit für ein Märtyrerschicksal.