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Jagdszenen in Teheran


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Jagdszenen in Teheran

In der iranischen Haupstadt Teheran haben trotz des Verbots wieder mehrere Tausend Oppositionelle gegen die Wiederwahl von Präsident Mahmud Ahamdinedschad protestiert. Augenzeugen berichteten von massiven Auseinandersetzungen zwischen Anhängern von Oppositionsführer Mir Hossein Mussawi mit Sicherheitskräften. Es habe mehrere Verletzte gegeben. Die Polizei setzte Tränengas, Schlagstöcke und Wasserwerfer gegen die Demonstranten ein. Sie soll auch Warnschüsse abgefeuert haben, um die Kundgebung auseinanderzutreiben.

Die Berichterstattung in- und ausländischer Medien wird weiter stark behindert, ein klares Bild der Vorgänge im Iran ist kaum zu erhalten. Mussawi sagte bei einem Treffen im Wetsen Teherans, er werde seinen Kampf fortsetzen. Er sei bereit, so hieß es, dafür “zum Märtyrer zu werden”. Er forderte seine Anhänger auf zu streiken, für den Fall, dass er verhaftet werden sollte und bekräftigte seine Forderung nach Neuwahlen.

Manche Medien berichten von 19 Toten allein gestern, darunter ein junges Mädchen, das von einem Angehörigen der Ahmadinedschad-treuen Basidschi-Miliz erschossen worden sein soll. Für eine weitere Zuspitzung sorgten Berichte staatlicher Medien, wonach sich ein Selbstmordattentäter vor dem Mausoleum von Ajatollah Khomeini im Süden Teherans in die Luft gesprengt hat. Dabei soll der Attentäter einen weiteren Menschen mit in den Tod gerissen haben.

US-Präsident Barack Obama verschärfte den Ton gegenüber der Führung in Teheran. Er rief die iranische Regierung auf, alle – so wörtlich – “gewalttätigen und unberechtigten Handlungen gegen die Menschen im eigenen Land zu stoppen”.

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden. euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

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