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Umstrittene Walfangkonferenz

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Umstrittene Walfangkonferenz

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Nur wenige Länder gehen noch auf Walfang – das hat die Jagd auf die großen Meeressäugetiere aber nicht weniger umstritten gemacht. Kritiker erwarten auch von der neuen Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission nur eine weitere Polarisierung: Die Zusammenkunft beginnt heute auf der portugiesischen Atlantikinsel Madeira.

“Drei Länder töten noch Wale aus kommerziellen Gründen: Japan, Island und Norwegen”, sagt einer der Tierschützer hier. “Sie alle werden hier versuchen, neue Genehmigungen für eine Ausweitung zu bekommen. Bei Japan ist es so, dass sie eine neue Genehmigung haben wollen, um Wale vor ihrer Küste zu töten – zusätzlich zu den Tausenden, die sie im Nordpazifik und in der Südsee umbringen.” Seit langem wird über einen umstrittenen Kompromiss verhandelt, der Japan diesen Küstenwalfang erlauben würde. Unerlaubt findet er sowieso statt; der erste Fang der Saison ist gerade gestern angelandet worden. Im Gegenzug soll Japan den so genannten wissenschaftlichen Walfang im Polarmeer verringern. Der Fang zu wissenschaftlichen Zwecken ist die einzige legale Möglichkeit: Umweltschützer kritisieren aber, dass das für Japans Fischer nur eine Tarnung sei und das Fleisch in Wirklichkeit verzehrt werde. Die Umweltorganisation WWF hat jetzt auch kritisiert, dass Japan und Norwegen den Walfang hoch subventionieren würden. Aus eigener Kraft könne die Branche nicht überleben. Eine andere Umweltgruppe will diese Woche eine Studie vorstellen, bei der es um die Wale und den Tourismus gehen soll: Die Umweltschützer sprechen von einer riesigen Branche, die sich hier entwickle – wenn man Wale eben nicht töte.