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Wächterrat stellt Unregelmäßigkeiten fest

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Wächterrat stellt Unregelmäßigkeiten fest

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Der iranische Wächterrat hat bei der umstrittenen Präsidentenwahl Unregelmäßigkeiten festgestellt.

Ein Fernsehsender berichtet, in fünfzig Städten habe es mehr Wähler gegeben als Wahlberechtigte. In einem anderen Sender sagte der Sprecher des Rats, das betreffe mehr als drei Millionen Stimmen. Es müsse aber noch geprüft werden, wie sich das auf den Wahlausgang ausgewirkt habe. Der unterlegene Mir Hussein Mussawi rief seine Anhänger dazu auf, gegen das Ergebnis weiterhin zu protestieren, sich dabei aber zurückzuhalten. Auch von den Sicherheitskräften erwarte er, so teilte er mit, dass sie nicht wiedergutzumachenden Schaden vermieden. Mussawi verurteilte auch die Massenverhaftungen unter seinen Anhängern: Weit über vierhundert waren es offiziell am Sonnabend, nach Darstellung der Regierung alles Randalierer. Mussawi warf der Regierung vor, für den Tod mehrerer Demonstranten verantwortlich zu sein. Mussawi galt bei der Präsidentenwahl vor zehn Tagen als aussichtsreichster Herausforderer. Er verlor dann aber deutlich gegen Machmud Achmadinedschad, den Amtsinhaber. Zwei weitere Bewerber gingen sogar praktisch leer aus. Mussawi will die Annullierung der Abstimmung und eine neue Wahl erreichen. Der Wächterrat bietet aber nur an, ein Zehntel der Wahlurnen neu auszuzählen.