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Mord an Politkowskaja wird neu verhandelt

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Mord an Politkowskaja wird neu verhandelt

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Der Prozess im Fall der ermordeten Journalistin Anna Politkowskaja wird neu verhandelt. Das entschied der Oberste Gerichtshof Russlands. Er hob die Freisprüche gegen die drei Angeklagten auf und ordnete ein neues Verfahren an. Bei den Beschuldigten handelt es sich um einen Polizisten aus Moskau und zwei tschetschenische Brüder. Der dritte Bruder, der als Todesschütze gilt, floh ins Ausland.

Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft unterstrich, der Fall werde wieder vor dem Militärgericht verhandelt. Es gebe aber einen neuen Richter und eine neue Jury. Der Verteidiger betonte, sie seien hier, um für ihr Recht einzustehen. Wenn der Oberste Gerichtshof mit dem Urteil nicht einverstanden sei, solle das nicht heißen, dass dieses gleich aufgehoben werden müsse. Sie hätten schon am Tag der Urteilsverkündung gewusst, dass es zu diesem Verlauf kommen würde. Mehr als zwei Jahre nach dem Mord an der Kreml-kritischen Journalistin waren die drei Männer in einem ersten Strafprozess im Februar freigesprochen worden. Die Geschworenen-Jury sah die Vorwürfe wegen Beihilfe zum Mord als nicht erwiesen an. Politkowskaja war vor allem als Kritikerin des damaligen Präsidenten Wladimir Putin sowie wegen ihrer Berichte über Menschenrechtsverletzungen in Tschetschenien bekanntgeworden. Sie wurde im Oktober 2006 in ihrem Moskauer Wohnhaus erschossen. Die Auftraggeber der Tat sind bisher unbekannt. Ihr Tod sorgte weltweit für Entsetzen.