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Militärputsch in Honduras


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Militärputsch in Honduras

In Honduras hat das Militär gegen den Präsidenten des mittelamerikanischen Landes, Manuel Zelaya, geputscht. Am Sonntagmorgen besetzten Einheiten der Armee den Präsidentenpalast und andere Regierungsgebäude. Zelaya wurde festgenommen, kurz auf einer Luftwaffenbasis festgehalten und nach Costa Rica gebracht. Ihm wird vorgeworfen, die honduranische Verfassung verletzt und eine politische Krise ausgelöst zu haben. Hunderte von Anhängern Zelayas strömten in das Stadtzentrum der Hauptstadt Tegucigalpa, um den Präsidenten zu unterstützen. Zelaya wollte an diesem Sonntag nach venezolanischen Vorbild ein Referendum über Wege zu einer Verfassungsänderung erzwingen, mit der er sich weitere Amtszeiten sichern wollte. Zelaya meldete im venezolanischen Fernsehen zu Wort: Er sei von Militärs entführt und nach Costa Rica gebracht worden. Es gebe keine Rechtfertigung für den Staatsstreich. Das Oberste Gericht, der Kongress und die meisten Parteien bezeichneten das von Zelaya angestrebte Referendum als illegal. Der Konflikt war am Donnerstag eskaliert, als Zelaya den Chef des Generalstabes, Romeo Vásquez Velásquez, abgesetzt hatte. Das Oberste Gericht ordnete aber seine Wiedereinsetzung an. Vasquéz hatte sich geweigert, das Projekt des Präsidenten gegen den Willen der übrigen Verfassungsorgane zu unterstützen. Dennoch ließ Zelaya Urnen für das Referendum im ganzen Land verteilen. Tausende Menschen forderten Zelaya bei Demonstrationen auf, die Verfassung zu respektieren. Zelaya war 2006 als Kandidat der konservativen Liberalen Partei zum Präsidenten von Honduras gewählt worden. Seither hat er mit Ausnahme der linken Gruppierungen alle politischen Kräfte einschließlich der Liberalen, und auch die Kirchen des Landes gegen sich aufgebracht.

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