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Amis gehen nach Hause

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Ein Bild, das ab heute der Vergangenheit angehört: US-Soldaten, die gemeinsam mit den irakischen Sicherheitskräften Kontrollen durchführen. Jetzt gehören die Straßen den Irakern. Die heimische Polizei und Armee soll nun in den Städten ohne ausländische Unterstützung für Recht und Ordnung sorgen. Die rund 131.000 US-Soldaten werden in Militärstützpunkten außerhalb der Ortschaften stationiert sein. Zu den Wahlen im Januar kommenden Jahres sollen sich noch 128.000 Soldaten im Irak aufhalten. Der komplette Truppenabzug ist für Ende 2011 vorgesehen.

Ab August 2010 sollen keine Kampftruppen im Irak mehr stationiert sein. US-Präsident Obama hatte im Februar angekündigt, dass diese Mission beendet sei. Allerdings will die USA beim Aufbau der Sicherheitskräfte in dem Zweistromland helfen.

Barack Obama sagte: “Wir werden eine Übergangstruppe vor Ort haben, die drei Aufgaben übernimmt: Ausbildung, Ausstattung und Beratung der irakischen Sicherheitskräfte solange sie nicht konfessionsgebunden sind. Außerdem sollen sie bei zielgerichteten Anti-Terror-Missionen unterstützt und die zivilen sowie militärischen Bemühungen im Irak gesichert werden”.
Um für Sicherheit zu sorgen, ist eine der Hauptaufgaben der irakischen Kräfte: 500.000 Polizisten und 250.000 Soldaten sind dafür im Einsatz.
 
Laut eines Abkommens zwischen Bagdad und Washington bleiben die US-Truppen auf ihren Stützpunkten außerhalb der Städte und Dörfer. Für ihr Eingreifen bedarf es einer Authorisierung. Die Situation bleibt kritisch. Zahlreiche Terroranschläge erschütterten in den vergangenen Wochen das Land. Seit Kriegsbeginn 2003 kamen über 4.000 US-Soldaten ums Leben. Mehr als 1.800 irakische Soldaten wurden seit dem Sturz des Regimes getötet. Über 100.000 Zivilisten mussten ihre Leben lassen.
 
Die irakischen Sicherheitskräfte erben jetzt die amerikanischen Basen und auch ihr Material, darunter tausende Jeeps und LKW. Ob es den Irakern jedoch ohne ausländische Hilfe gelingen wird, die Konflikte im Land in den Griff zu bekommen, ist unter Fachleuten umstritten.