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US-Truppenrückzug im Irak

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US-Truppenrückzug im Irak

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Mehr als sechs Jahre nach dem amerikanischen Einmarsch im Irak haben sich die US-Truppen aus den Städten und Dörfern des Landes zurückgezogen – auf ihre Stützpunkte außerhalb der Ortschaften. Ministerpräsident Nuri al-Maliki hatte diesen Dienstag zum Feiertag erklärt. Doch nicht allen Irakern ist zum Feiern zumute: Ein Teil der Bevölkerung lehnt die Präsenz der Amerikaner kategorisch ab und verlangt den Abzug aus dem ganzen Land, andere befürchten nun eine Zunahme der Terroranschläge.

Die US-Armee verlor kurz vor dem Rückzug noch fünf Soldaten im Kampf gegen Aufständische. Vier von ihnen wurden am Montag in Bagdad getötet, ein fünfter starb bereits am Sonntag. Und während vielerorts der Rückzug im Gange war, kamen in der nordirakischen Stadt Kirkuk mindestens 25 Menschen bei einem Sprengstoffanschlag ums Leben. Kirkuk liegt im irakischen Kurdengebiet; die Stadt ist zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen umstritten. Kirkuk ist außerdem ein Zentrum der irakischen Ölindustrie. Diese soll durch ausländische Konzerne wieder in Schwung gebracht werden. Dazu wurden in Bagdad Lizenzen für die wichtigsten Öl- und Gasfelder des Landes versteigert. 35 Konzerne haben sich um acht Lizenzen beworben. Sie sollen in dieser Woche vergeben werden. Doch alle Verträge müssen vor der Unterzeichnung vom Parlament gebilligt werden.