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In den russischen Casinos und Spielhallen werden die Automaten abgebaut, denn ab heute gilt landesweit das Glücksspielverbot. Jetzt darf nur noch in vier entlegegen Sonderzonen gezockt werden – nach dem Vorbild von Las Vegas.

Bereits 2006 hatte der damalige Präsident Wladimir Putin das Gesetz auf den Weg gebracht. Es gehe ihm um die Volksgesundheit, ließ er verlauten. Doch Experten bezweifeln dies und sehen dahinter vielmehr politische Motive, denn ein großer Teil der Moskauer Casinos wird von Georgiern betrieben. Die Branche setzte zuletzt mehr als fünf Milliarden Euro pro Jahr um. Der Regierung brachte dies über 700 Millionen Euro Steuern jährlich ein. Laut Glückspielindustrie stehen viele Arbeitsplätze auf dem Spiel – bis zu 400.000 sollen verloren gehen. In die Sonderzonen wollen die Branchenriesen nicht umziehen. Ein Verantwortlicher begründete die Entscheidung damit, dass an diesen Orten keine Vorbereitungen getroffen worden seien. Die Regierung befolge nicht das Gesetz. Die zukünftigen Casino-Ghettos befinden sich in der Region Krasnodar am Schwarzen Meer, im Altai an der Grenze zu Kasachstan, in Wladiwostock am Pazifik und in der Exklave Kaliningrad an der Ostsse. Zu weit ab vom Schuss finden die russischen Glücksspielkonzerne. Sie haben sich bereits im Ausland Standbeine gesucht und unter anderem in Automatenhallen in Deutschland und Italien investiert.