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Bulgarische Opposition liegt im Wahlkampf vorn

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Bulgarische Opposition liegt im Wahlkampf vorn

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Wirtschaftskrise und Korruptionsvorwürfe sind die beherrschenden Themen im bulgarischen Wahlkampf. Die Misstimmung im Lande schwächt vor allem die Chancen der regierenden Sozialisten, wenn am Sonntag ein neues Parlament gewählt wird.

Laut jüngsten Umfragen liegt die rechtsgerichtete Oppositionpartei GERB deutlich vor der Regierungspartei. Etwa 30 Prozent der befragten Wähler unterstützen die Opposition unter Führung von Boiko Borisow, dem Bürgermeister von Sofia. Für die Sozialisten des Ministerpräsidenten Sergej Stanitschew wollen nur um die 20 Prozent der Bulgaren stimmen. Der Wahlkampf wird noch von einer weiteren Kontroverse belastet: Die vorübergehende Immunität von Untersuchungshäftlingen, die sich als Kandidaten nominieren ließen. So etwa ein mutmaßliches Gangsterduo, bekannt als die Galevi-Brüder, die aus der Haft entlassen wurden, damit sie ihren Wahlkampf führen können. Eine beunruhigende Entwicklung, findet der Sozialforscher Haralan Alexandrow: “Einige Bosse der organisierten Kriminalität haben offenbar beschlossen, dass sie Politiker gar nicht mehr als Vermittler benötigen. Sie können ja selbst in die Politik gehen und die staatlichen Resourcen kontrollieren. Das ist die logische Folge der Erosion der bulgarischen Demokratie.” Seit seinem Beitritt vor zwei Jahren steht Bulgarien zunehmend unter Druck der EU, gegen Kriminalität und Korruption vorzugehen.