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Streit um Kernkraftwerk

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Streit um Kernkraftwerk

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Spaniens ältester Atommeiler soll offenbar bis 2013 am Netz bleiben. Das verlautete aus Regierungskreisen. Heute soll die Zukunft des Reaktors Santa María de Garoña bei Burgos in Nordspanien bekannt gegeben werden. Die Genehmigung für die 38 Jahre alte Anlage läuft 2011 aus. Die Zukunft des Reaktors spaltete sogar die Regierung. Einige wollten die sofortige Schließung, die anderen eine Verlängerung.

Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero unterstrich, dass bezüglich der Atomenergie das instand gehalten werde, was absolut notwendig sei. Aber der Schwerpunkt liege auf erneuerbarer Energie. Ende Juni demonstrierten die Angestellten der Anlage. Sie forderten, dass der Reaktor bis 2019 am Netz bleibt. Von einer Schließung könnten bis zu 1.000 Jobs betroffen sein. Die Umweltschützer fordern dagegen eine sofortige Stilllegung. Ihrer Meinung nach ist die Anlage nicht modern genug. Es gehe hier um Habgier einige privater Unternehmen, die weiter Profit machen wollten, meint ein Umweltschützer. Spanien begann seinen Einstieg in die Atomkraft 1965. Heute deckt diese rund ein Fünftel des Stromverbrauchs ab. Ingesamt gibt es acht Kernkraftwerke. Santa María de Garoña ist nicht nur das älteste, sondern auch das kleinste. Die anderen Reaktoren erreichen die derzeitige maximale Lebensdauer von 40 Jahren nicht vor 2020. Der Trend geht Richtung erneuerbare Energien. Das Land versucht die Treibhausgase und die Abhängigkeit von Heizöl zu reduzieren – mit Erfolg: Spanien ist inzwischen der weltweit zweitgrößte Erzeuger von Solarenergie. Auch die Windenergie erfreut sich großer Beliebtheit. Spanien belegt hier den dritten Platz.