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Britische Grippe-Hochrechnung umstritten

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Britische Grippe-Hochrechnung umstritten

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Die Weltgesundheitsorganisation mahnt weiter zur Wachsamkeit gegenüber der Schweinegrippe. Die Krankheit sei vermutlich nur mäßig gefährlich, doch die Weltgemeinschaft habe sie noch nicht im Griff.

Eine aufsehenerregende Hochrechnung aus Großbritannien stößt anderenorts nicht auf Zustimmung: “Wir können keine Aussagen über die Zukunft treffen”, sagt Trinidad Jiménez, die spanische Gesundheitsministerin. “Das Niveau der Ansteckung hat bei uns jetzt etwa zwanzig, 25 Fälle pro Tag erreicht. Auf dieser Grundlage jetzt aber weiterzuplanen, wie man es in Großbritannien tut, scheint mir etwas übertrieben. Wir wollen nicht über etwas spekulieren, über das wir nichts wissen.” Großbritannien ist in Europa mit Abstand am stärksten betroffen; hier gibt es weit über siebentausend bestätigte Fälle von Schweinegrippe. Der britische Gesundheitsminister hatte die Entwicklung der letzten Wochen hochgerechnet; das würde nach dieser Methode schon bald hunderttausend neue Fälle bedeuten – pro Tag. Man müsse für das Schlimmste planen, verteidigt Andy Burnham seine Darstellung; daher auch der angekündigte Wechsel in der Strategie für die Bekämpfung der Grippe – von der Eingrenzung der Krankheit hin zur Behandlung. In Deutschland sind inzwischen fast fünfhundert Fälle bestätigt, in der Schweiz rund siebzig, in Österreich sechzehn. Nach Dänemark ist inzwischen auch ein Fall aus Japan bekannt, in dem das Grippemittel Tamiflu nicht gewirkt hat – dem Hersteller Roche zufolge liegt das aber im normalen Bereich.