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Freundliche Großwetterlage Russland-USA?

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Freundliche Großwetterlage Russland-USA?

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Ein paar Tage bevor US-Präsident Barack Obama zu seinem ersten Besuch in den Kreml kommt, scheint zwischen Amerika und Russland ein wenig Entspannung in der Luft zu liegen. Auf seinem internet-blog sagte sein russischer Amtskollege Dmitri Medwedew, die neue US-Regierung mit Obama an der Spitze, zeige Bereitschaft, die bisherigen Spannungen aufzugeben und neue bilaterale Beziehungen zu errichten, die effektiver seien, und auf die man sich besser verlassen könne. Russland sei dazu bereit.

Bei Obamas Besuch in Moskau wird es unter anderem um Abrüstung gehen. Auf dem Gebiet der strategischen Atomwaffen könnte es dabei einen Durchbruch geben, mit einem neuen Abkommen, das 1500 Sprengköpfe pro Land als Höchstzahl vorschreibt. Doch Maria Lipman vom US-Thinktank Carnegie Institute in Moskau erinnert daran, dass Russland gewisse Themen rundweg ablehnt: Sei es ein möglicher NATO-Beitritt der Ukraine und Georgiens, seien es die amerikanische Pläne, eine Raketenabwehr in Zentraleuropa zu stationieren. Ob diese Themen auch auf den Tisch kommen ist ungewiss. In Moskau aber hoffen viele darauf, dass endlich ein Dialog auf Augenhöhe in Gang kommt. Der pensionierte Diplomat Valeri Smolin erklärt, eine neue Beziehung sei dringend notwendig. Beide Seiten müssten nach Kompromissen suchen und ihre Unzufriedenheit hintan stellen. Viele trauen den beiden Präsidenten den Neu-Start durchaus zu – doch sagte Obama in einem Interview im Vorfeld, hinter Medwedew gebe es noch den Regierungschef Vladimir Putin – und dieser habe den kalten Krieg noch nicht ganz hinter sich gelassen.