Eilmeldung

Eilmeldung

Russisch-Amerikanischer Neuanfang

Sie lesen gerade:

Russisch-Amerikanischer Neuanfang

Schriftgrösse Aa Aa

Die USA und Russland wollen bis Jahresende ein neues Abrüstungsabkommen über strategische Atomwaffen schließen. Das vereinbarten die Präsidenten beider Länder, Barack Obama und Dmitri Medwedew, in Moskau. Außerdem genehmigt Russland der US-Armee den Transit von Waffen und Truppen nach Afghanistan. Keine Fortschritte gab es hingegen beim geplanten US-Raketenschutzschild, für Moskau eine Bedrohung seiner Sicherheit.

Bei Obamas erstem Staatsbesuch in Russland bemühten sich beide Seiten um einen Neuanfang in den zuletzt angespannten Beziehungen. Eine gemeinsame Kommission soll das Schicksal von Kriegsgefangenen seit dem Zweiten Weltkrieg aufklären. Auch in den Bereichen Handel, Energie, Wissenschaft und Kultur soll künftig enger zusammengearbeitet werden. Beide Präsidenten übten ihre Rolle unterschiedlich aus, so Medwedew, aber beide seien sich ihrer Verantwortung für die Welt bewusst. Wo die Globalisation so große Ausmaße angenommen habe, hänge die Situation auf der Welt von den Entscheidungen beider Staaten ab. Sie beide seien sich einig, dass die russisch-amerikanischen Beziehungen unter einem Geiste des Abdriftens gelitten hätten, ergänzte Obama. Es müsse jetzt einen Neuanfang geben, um in Bereichen von gemeinsamem Interesse effektiver zusammenarbeiten zu können. Das neue Abrüstungsabkommen sieht eine Verringerung der Atomwaffen um ein Drittel auf maximal 1500 Sprengköpfe und 1000 Trägersysteme vor. Es soll den im Dezember auslaufenden START-Vertrag ersetzen. Zur Sicherung des Nachschubs in Afghanistan darf das US-Militär künftig russisches Territorium überfliegen, kostenfrei und bis zu 4500 mal pro Jahr. Dadurch spart die Armee jährlich rund 133 Millionen Dollar.