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Zelaya - ein linker Politiker?

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Zelaya - ein linker Politiker?

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Als der Präsident von Honduras, Manuel Zelaya, am 28. Juni abgesetzt und außer Landes gebracht wurde, hatte die Krise in Honduras schon seit geraumer Zeit geschwelt. Zwar protestierten seine Anhänger gegen Zelayas Absetzung. Laut Meinungsumfragen lag seine Popularität jedoch bei nur noch 30 Prozent; Politik und Militär waren unzufrieden mit ihrem Staatschef. Anlass für den Putsch war eine Volksbefragung, die Zelaya für den 28. Juni angesetzt hatte und die der Auftakt für ein Verfassungreferendum im November sein sollte.

“Jetzt wird das Volk seine Meinung sagen können, damit wir lernen, mehr zu teilen, damit wir christlicher, edler, honduranischer und patriotischer, ja, demokratischer werden”, so Zelaya. Mittels des Referendums wollte Zelaya – ähnlich wie andere linke Staatschefs in Lateinamerika – eine Möglichkeit zur Wiederwahl des Staatschefs einführen. Das Verfassungsgericht hatte sowohl die jetzige Volksbefragung als auch das Referendum über die Wiederwahl des Staatspräsidenten als gesetzeswidrig bezeichnet. Seit seinem Amtsantritt als Staatspräsident 2005 hatte Manuel Zelaya, ursprünglich ein konservativer Holzmagnat und Großgrundbesitzer, einen Linksruck vollzogen und sich den linken Regierungen von Venezuela, Bolivien und Nicaragua angenähert. Unter seiner Präsidentschaft trat Honduras dem linken lateinamerikanischen Staatenbund Alba bei. Zelaya erhöhte in seinem Land die Mindestlöhne, unterstützte Kleinbauern und übte sich zunehmend in radikalen Reden, was die Wirtschaftelite des Landes verärgerte.