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Die Uiguren - eine unterdrückte Minderheit

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Die Uiguren - eine unterdrückte Minderheit

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Über die Uiguren, ihre Geschichte und ihren heutigen Status im kommunistischen China ist im Westen wenig bekannt. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in der Einfluss-Sphäre der Sowjets, wurden die Siedlungsgebiete dieses muslimischen Turk-Volkes danach dem maoistischen China angegliedert. Zunächst blieben die Uiguren die Mehrheitsbevölkerung in der Provinz Xinjiang. Die gezielte Ansiedlung von Han-Chinesen durch Peking führte dazu, dass sie heute nur noch rund 45 Prozent der 20-Millionen-Bevölkerung der Region ausmachen. Die Provinz selbst ist riesig – sie umfasst rund ein Sechstel des Territoriums Chinas. Doch dem Regime in Peking ging es bei der Angliederung nicht um den Anbau von Baumwolle und Tomaten sondern vielmehr um die reichen Bodenschätze: Öl, Gas, Kohle.

Die von den Uiguren beklagte politische und kulturelle Unterdrückung durch Peking hatte in den vergangenen Jahren unter anderem zur Folge, dass radikale Gruppen entstanden sind. Vor den Olympischen Spielen im vergangenen Jahr in Peking verübten solche Gruppen mehrere Bombenanschläge in Xinjiang. Auch darüber weiß man wenig und das Wenige vor allem aus amtlichen Quellen. Solche Terrorakte dienen Peking auch als Vorwand für eine Politik der harten hand, wie ein Vertreter der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch erklärt. “Die Regierung verbindet berechtigte Äußerungen der Rede- , Versammlungs- , kultureller und religiöser Freiheit in Tibet wie in Xinjiang mit Terrorismus und religiösem Extremismus.” Die derzeitigen Unruhen sind die schwersten seit Jahren. Selbst die neuen Medien helfen den Demonstranten nicht: Das Internet ist gekappt, YouTube und Twitter sind nicht oder nur begrenzt zugänglich.