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Massenfestnahmen nach Unruhen in Xinjiang

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Massenfestnahmen nach Unruhen in Xinjiang

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Mehr als 1400 Festnahmen melden chinesische Medien, nach den blutigen Unruhen in der Provinz Xinjiang. Bei diesen Unruhen wurden nach offiziellen Angaben über 150 Menschen getötet.

Xinjiang ist die Heimat der Uiguren, eines Turkvolks mit muslimischem Glauben. Chinas Regierung betrachtet die Provinz mit Misstrauen und siedelt hier ethnische Chinesen an, um den Einfluss der Uiguren zu mindern – ähnlich wie in Tibet. Bei den Einheimischen sorgt das für Unmut. Auslöser der Unruhen waren offenbar Berichte, wonach in Südchina zwei Uiguren umgebracht wurden. Grund dafür sei wiederum ein Gerücht gewesen, Uiguren hätten chinesische Frauen vergewaltigt. In der Provinzhauptstadt Ürümtschi haben sich jetzt erneut mehrere hundert Menschen versammelt, aus Protest gegen willkürliche Festnahmen. Inzwischen ist aber ein Großaufgebot von Zehntausenden Polizisten und Soldaten vor Ort. Für die Unruhen macht China Uiguren im Exil verantwortlich. Staatspräsident Hu Jintao ist inzwischen in Italien, wo er am G-8-Gipfeltreffen teilnehmen wird. Bei einer Pressekonferenz gingen weder er noch sein Gastgeber Silvio Berlusconi auf die Unruhen ein. Ohnehin war an jeden der beiden nur eine Frage erlaubt. Die Frage an Hu nutzte ein chinesischer Journalist, um sich nach der Zusammenarbeit beider Länder angesichts der Wirtschaftskrise zu erkundigen.