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Weltweite Schwarze Liste für Fluggesellschaften in der Kritik

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Weltweite Schwarze Liste für Fluggesellschaften in der Kritik

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Die Idee einer weltweiten Schwarzen Liste für sicherheitstechnisch bedenkliche Fluggesellschaften ist bei der Internationalen Zivilluftfahrt-Organisation ICAO auf Skepsis gestoßen. Roberto Kobeh Gonzalez, Präsident der UN-Behörde, die weltweit für die Sicherheit der Passagierflüge zuständig ist, erwartet davon nicht unbedingt weniger Unfälle. Er betonte, es seien verschiedene Maßnahmen nötig, um die Sicherheit zu erhöhen. Unter anderem müsse man den Staaten, in denen es Mängel gebe, helfen.

Die EU führt bereits eine Schwarze Liste. In dieser finden sich vor allem Fluggesellschaften aus Afrika. Verkehrskommissar Antonio Tajani, der jüngst eine weltweite Liste vorgeschlagen hatte, stellte nun, nach der Kritik von Seiten der ICAO, noch einmal klar: “Nicht ein Unfall wird den Ausschlag dafür geben, ob eine Fluggesellschaft auf die Schwarze Liste kommt, sondern das Sicherheitsniveau insgesamt. Wenn ein Unfall durch schlechtes Wetter bedingt ist, können wir ja auch nicht den Himmel auf die Schwarze Liste setzen. Ich habe eine weltweite Liste vorgeschlagen, eine Strategie zur internationalen Kooperation. Und ich möchte unterstreichen, dass ich völlig mit dem Präsidenten der ICAO übereinstimme, dass wir eine internationale Strategie brauchen.” Tajani hatte die weltweite Schwarze Liste nach dem Absturz einer Maschine der jemenitschen Fluggesellschaft Yemenia vor den Komoren gefordert. Das Unternehmen stand laut Kommissionsangaben in der EU bereits auf einer Art Risikodatei. Tajani will Vorschläge für eine weltweite Liste im nächsten Jahr der ICAO und bei der Weltkonferenz für Luftsicherheit präsentieren.