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Arbeiter drohen mit Sprengung ihrer Fabrik

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Arbeiter drohen mit Sprengung ihrer Fabrik

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Noch bis Ende des Monats geben die Arbeiter des französischen Autozulieferers New Fabris Zeit: Ihre Firma ist pleite und geschlossen worden, jetzt wollen sie für jeden dreißigtausend Euro Abfindung – oder die Fabrik mit Gasflaschen in die Luft sprengen.

Die Forderung der weit über dreihundert Beschäftigten richtet sich an die Hauptkunden des Werks, die großen französischen Autofirmen. Die allerdings fühlen sich dafür nicht zuständig: Das haben sie heute wieder bekräftigt. Sie verweisen stattdessen darauf, dass New Fabris schon länger in Schwierigkeiten sei (es ist die Nachfolgefirma von Fabris – 1947 gegründet, 2007 pleite) und dass man bis zuletzt zu der Firma gehalten habe. “Die haben uns fallen lassen”, sagt ein Arbeiter hier trotzdem; “erbärmlich ist das. Sechzig Jahre lang haben wir mit denen zusammengearbeitet.” Um zusätzlichen Druck zu machen, halten die Arbeiter Autoteile für zwei Millionen Euro zurück, ebenso wie die Maschinen, darunter ein teurer Roboter. “Das ist sowas wie unsere Kriegskasse”, meint ein anderer Arbeiter; “wir hoffen, dass Renault das doch mal bald braucht und dass sie es dann holen kommen.” Gespräche mit den Autofirmen haben bisher jedoch nichts gebracht. In einer Woche haben die Arbeiter nun einen Termin in Paris, beim Industrieminister – das war allerdings auch schon vor ihrer Drohung vereinbart.