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Japan vor neuer Unterhauswahl

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Japan vor neuer Unterhauswahl

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Die Japaner wählen offenbar schon Ende nächsten Monats ein neues Unterhaus ihres Parlaments. Japanische Medien berichten, das habe Regierungschef Taro Aso mit führenden Vertretern seiner Liberaldemokratischen Partei vereinbart. Das Unterhaus werde dazu nächste Woche aufgelöst.

Den Ausschlag gab wohl die schwere Schlappe bei der Stadtratswahl in der Hauptstadt Tokio. “Das war schlimm”, sagt Takeo Kawamura, Kabinettsminister und Regierungssprecher. “Und auch wenn es auf kommunaler Ebene war, nehmen wir das Ergebnis doch in Demut hin.” Allerdings wäre die Parlamentswahl sowieso bis Oktober fällig gewesen. “Ich hätte Aso gerne noch länger gehabt”, sagt ein junger Mann in Tokio. “Es gab zuviel Kritik, immer ging es nur um seine Fehler. Er sollte die Chance haben, sein Bestes zu zeigen.” – Ein anderer sagt dagegen: “Ich muss zugeben, ich hätte gerne, dass sich in Japan was ändert.” Bei der Wahl in Tokio gewann die größte Oppositionskraft, die Demokratische Partei. Sie hofft nun, die Liberaldemokraten – die fast ununterbrochen seit mehr als fünfzig Jahren regieren – auch auf Landesebene abzulösen. Im Oberhaus des Parlaments ist sie schon seit 2007 die stärkste Kraft und kann seitdem viele Vorhaben der Regierung zumindest verzögern.