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Verteidigung hat das Wort im Taylor-Prozess

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Verteidigung hat das Wort im Taylor-Prozess

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Als unschuldig in allen Anklagepunkten sieht sich Charles Taylor selbst: früher einmal Präsident im westafrikanischen Liberia, inzwischen Angeklagter vor dem Sondertribunal für Sierra Leone, das Nachbarland. Seit heute hat in dem Prozess die Verteidigung das Wort. Sie sieht in dem Fall einen Mangel an Beweisen; ihr erster Zeuge wird ab morgen Taylor selbst sein.

Taylor wurde im März 2006 verhaftet. Seit Anfang letzten Jahres muss er sich vor dem Sondertribunal verantworten – das aus Sicherheitsgründen nicht in Sierra Leone selbst tagt, sondern im niederländischen Den Haag. Die Anklage wirft ihm Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor, begangen in Sierra Leones Bürgerkrieg. In dem Konflikt wurden zwischen 1991 und 2002 etwa 120 000 Menschen getötet. Taylor soll eine Rebellentruppe unterstützt haben, um an Diamantenvorkommen zu gelangen. Diese Rebellen waren berüchtigt wegen ihrer Brutalität – aber auch, weil sie zahlreiche Kindersoldaten in ihre Reihen zwangen. Manche dieser Kinder waren erst acht Jahre alt.