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Weniger abhängig von Russland durch Nabucco

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Weniger abhängig von Russland durch Nabucco

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Die Nabucco-Pipeline gilt als eine der wichtigsten strategischen Gasversorgungsleitungen der EU. Sie soll Europas Abhängigkeit von Russlands Energiereserven mindern. Die gut 3000 Kilometer lange Leitung soll ab 2013 Gas vom Kaspischen Meer bis nach Österreich transportieren. Neben den Transitländern Ungarn, Rumänien, Bulgarien und der Türkei ist auch Deutschland an Nabucco beteiligt. Die fast acht Milliarden Euro teure Leitung kann Liefermengen bewältigen, die 5% des Bedarfs der EU decken können. In beige eingezeichnet: Länder, die Gas in die Pipeline pumpen könnten.

Turkmenistan sagte seine Unterstützung schon zu. Das energiereiche Land habe genug Erdgas, um sich an möglichen Lieferungen nach Europa zu beteiligen, hieß es. Auch der Iran könnte Gas liefern. Zu diesem Thema sagte der ungarische Ministerpräsident Gordon Bajnai gegenüber Euronews. Er sagte, der Iran sei sehr interessant als potientieller Lieferant, da er über enorme Reserven verfüge. Doch politisch und wirtschaftlich gesehen stünden große Hindernisse dem im Wege, dass der Iran dem Konsortium beitrete. Nabucco konkurriert mit dem russisch-italienischen South-Stream-Projekt. Diese Pipeline wird vom russischen Energieriesen Gazprom gemeinsam mit der italienischen Eni geplant und soll der östlichen Schwarzmeerküste durch das Schwarze Meer bis nach Bulgarien und von dort aus sowohl nach Österreich als auch nach Griechenland und Italien führen. Die Kapazität soll zunächst bei 31, später bei 47 Milliarden Kubikmetern liegen. Doch es gibt finanzielle Probleme. Gazprom ist hochverschuldet. Wie es – wie geplant – umgerechnet zehn Milliarden Euro in South Stream investieren kann, ist noch unklar.