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Charles Taylors Vertrauen in Gott

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Charles Taylors Vertrauen in Gott

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Der 61-jährige Charles Taylor kann auf ein bewegtes Leben verweisen: Schon früh hat er in Liberia eine hohe Position, verscherzt es sich aber mit dem damaligen Präsidenten Samuel Doe und muss ins Exil.

1989 zettelt er einen Bürgerkrieg an, um Doe – der sich selbst an die Macht geputscht hatte – zu stürzen; über die Jahre, bis 2003, werden schätzungsweise dreihunderttausend Menschen getötet. Dann beginnen auch die ähnlich blutigen Kämpfe in Sierra Leone, um die es jetzt in seinem Prozess geht. Nach sechs Jahren, 1995, schließen die Bürgerkriegsparteien ein Friedensabkommen. Taylor wird Mitglied des Staatsrats, einer kollektiven Staatsführung. 1997 ist er am Ziel: Er gewinnt die Wahl und ist nun alleiniger Präsident. Bald verlässt ihn aber sein Glück: Auch gegen ihn kämpfen Rebellen, 2003 muss er abtreten. Nur zeitweilig, wenn es nach ihm geht: “So Gott will”, so verabschiedet er sich, “komme ich wieder zurück”. Bisher aber hat Gott andere Pläne: Taylor geht ins Exil, wird jedoch vom neu gegründeten Sondertribunal für Sierra Leone angeklagt, 2006 festgenommen und an seine Richter ausgeliefert.