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Island macht sich auf den Weg in die EU

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Island macht sich auf den Weg in die EU: Das beschloss das Alþingi, das Parlament des Inselstaats. Ende des Monats wird das Beitrittsgesuch nun in Brüssel eingereicht. Die Mehrheit dafür war allerdings denkbar knapp: nur eine Stimme mehr als nötig gewesen wäre. Der kleinere Partner im Regierungsbündnis, die Linksgrünen, zieht in dieser Frage nicht vollständig mit.

Bis zu einem möglichen Beitritt kann es aber trotzdem Jahre dauern: Manches ist einfach zu regeln, weil Island schon jetzt zum Europäischen Wirtschaftsraum gehört – anderes wird dagegen schwierig. “Themen wie Fischfang und Landwirtschaft sind für Island wichtig, aber auch für die EU”, sagt Olli Rehn, der EU-Kommissar für Erweiterung. “Andererseits gelten dort schon über zwei Drittel des EU-Rechts. Viele Kriterien erfüllt Island also schon jetzt: Trotzdem können die Gespräche ziemlich schwierig werden.” Islands Fischereigewässer – zweihundert Seemeilen rund um die Insel – haben eine Fläche, mehr als doppelt so groß wie ganz Deutschland. Seine großen Fischbestände will Island auch künftig selbst verwalten – das wird Streit geben. Die Opposition, wie Bjarni Benediktsson von der Unabhängigkeitspartei, verweist noch auf etwas anderes: auf die knappe Mehrheit für die jetzige Entscheidung – und darauf, dass sich nicht einmal die beiden Regierungsparteien einig sind. Dass ein Beitritt überhaupt denkbar geworden ist, liegt an der Finanzkrise: Islands Banken hatten über ihre Verhältnisse spekuliert, bis alles zusammenbrach. Die Folge: Sehnsucht nach europäischer Geborgenheit. Die hat sich aber seit dem Höhepunkt der Krise schon wieder abgeschwächt: Und ob sie bis zur vorgeschriebenen Volksabstimmung in ein paar Jahren anhält, ist offen.