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Kreml würdigt tote Bürgerrechtlerin

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Kreml würdigt tote Bürgerrechtlerin

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Der Mord an der bekannten russischen Bürgerrechtlerin Natalia Estemirova hat weltweit Empörung hervorgerufen. In Grosny, der Hauptstadt Tschtscheniens gedachten Menschen ihrer Natalia und fragten: Wer ist der nächste? Die 11.deutsch-russischen Regierungskonsultationen im Schloss Schleissheim bei München standen unter dem Eindruck des Mordes im Nordkaukasus. Merkel und Medwedew verurteilten die Tat scharf. Der russissche Präsident Dimitri Medwedew sagte: “Sie sprach die Wahrheit. Offen, manchmal harsch wies sie auf Missstände in unserem Land hin. Darin lag der Wert ihrer Arbeit. Manche Verbrechen dürfen nicht ungestraft bleiben.”

Ramsan Kadyrow, kremltreuer Präsident Tschetscheniens gerät ins Zwielicht. Menschenrechtsorganisationen behaupten, er soll an der Ermordung Estemirowas massgeblich beteiligt gewesen sein. Kadyrow hatte ihre Aufklärungsarbeit in der Vergangenheit scharf kritisiert. Deutliche Worte von der Menschenrechtsorganisation Helsinki Group. Ludmila Alexeyeva erklärte: “So viele persönliche Feinde von Präsident Kadyrow sind an vielen Orten gestorben. Nicht nur in Tschetschenien. Und er bleibt Präsident. Es gibt keine gerichtlichen Untersuchungen gegen ihn.” Die 50-jährige Menschenrechtlerin war am Mittwoch von Unbekannten in Tschetschenien entführt und Stunden später erschossen worden. In Grosny wurde sie beerdigt. Estemirowa hatte die Staatsmacht für die Gewalt gegen die Zivlilbevölkerung im Nordkaukasus verantwortlich gemacht.