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Terroristische Bombenanschläge in Jakarta

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Terroristische Bombenanschläge in Jakarta

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Terroristen haben in Jakarta Bombenanschläge auf zwei Luxushotels verübt. Dabei wurden mindestens neun Menschen ermordet und mehr als 40 verletzt, zum Teil teil schwer. Unter den Toten sind vier Ausländer.

Die Sprengsätze detonierten zur Frühstückszeit im Abstand von wenigen Minuten im Ritz Carlton und im Marriott-Hotel im Geschäftsviertel der Millionenmetropole. Terrorismus-Experten vermuteten die radikalislamische Bewegung Jemaah Islamiyah hinter den Anschlägen. Die beiden Hotels liegen im Nobelviertel Kuningan, wo auch viele Botschaften sind. Sie galten bislang als die am besten geschützten Hotels im Land. Sie sind unterirdisch durch einen Tunnel verbunden. Im Marriott entschärfte die Polizei einen nicht detonierten Sprengsatz. Der indonesische Präsident Susilo Bambang Yudhoyono hat die Anschläge scharf verurteilt. Er machte eine mutmaßliche Terrorgruppe verantwortlich und kündigte eine umfassende Untersuchung an. Pläne für Anschläge seien vom Geheimdienst bereits während der Wahlen Anfang Juli aufgedeckt worden. Auch Australien und die EU verurteilten die Anschläge. Die Europäische Union stehe “solidarisch an der Seite der indonesischen Regierung und der Menschen in Indonesien in dieser äußerst schweren Zeit”, heisst es in einer Erklärung der schwedischen Ratspräsidentschaft. Indonesien ist der Bevölkerung nach das viertgrößte Land der Welt und nach den USA und Indien die drittgrößte Demokratie. Die 240 Millionen Indonesier sind zu fast 90 Prozent Muslime – in übergroßer Mehrheit Anhänger einer gemäßigten Richtung. Trotz vieler Bodenschätze wie Öl und Gas ist die Republik muss etwa die Hälfte der Indonesier mit weniger als zwei US-Dollar pro Tag auskommen. Auf das Konto der verdächtigten Organisation Jemaah Islamiyah gehen auch ein Anschlag auf das Marriott vor sechs Jahren, bei dem zwölf Menschen starben und die Bomben auf Bali 2002 und 2005, die viele Todesopfer forderten. Der Gruppierung werden enge Verbindungen zum Terrornetzwerk Al Kaida nachgesagt. Nach den Anschlägen sagte der britische Fußballclub Manchester United ein Freundschaftsspiel in Jakarta ab. Die Mannschaft wollte an diesem Wochenende im Ritz-Carlton-Hotel absteigen.