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Umstrittenes Gesetz über künstlichen Befruchtung in Kroatien verabschiedet


Kroatien

Umstrittenes Gesetz über künstlichen Befruchtung in Kroatien verabschiedet

Das kroatische Parlament hat ein sehr umstrittenes Gesetz zur künstlichen Befruchtung angenommen. Die Opposition boykottierte die Abstimmung und nannte das Gesetz reaktionär.

Vor allem die restriktiven Bedingungen nannten Vertreter der sozialdemokratischen Opposition “eine Rückkehr ins Mittelalter.” Sie trugen Hemden mit der Aufschrift: “Das Herz sagt Kind, die Regierung sagt nein.” Weil die Opposition vor der Abstimmung den Saal verliess, schaffte die konservative Mehrheitspartei das vorgeschriebene Quorum von 77 Abgeordneten nur knapp. Anfang der Woche war ein erster Abstimmungsversuch an mangelnder Anwesenheit gescheitert. Das neue Gesetz tritt an die Stelle eines gut 30 Jahre alten Gesetzes, damals gehörte Kroatien noch zu Jugoslawien. Die Kernpunkte: – Embryonen dürfen nicht mehr eingefroren werden – pro Befruchtungsversuch dürfen maximal drei Embryonen eingesetzt werden. – in letzter Minute wurde die künstliche Befruchtung auch für nicht verheiratete Paare erlaubt – wenn sie drei Jahre Zusammenleben nachweisen können. In den vergangenen dreissig Jahren kamen in Kroatien etwa 15.000 Kinder nach künstlicher Befruchtung zur Welt – bei insgesamt 4,4 Millionen Einwohnern.
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