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Japans Regierung löst Parlament auf

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Japans Regierung löst Parlament auf

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In Japan ist der Weg für Neuwahlen frei. Das japanische Kabinett stimmte dem Vorschlag von Ministerpräsident Taro Aso zu, das Parlament aufzulösen. Die Neuwahl zum mächtigen Unterhaus ist für den 30. August geplant. Asos Libraldemokratische Partei (LDP), die seit über 50 Jahren fast ununterbrochen an der Macht ist, könnte dann eine historische Niederlage erleben.

“Ich bedaure sehr, dass ich es nicht geschafft habe die LDP zu einigen. Es ist jetzt wichtig, dass die LDP die Kritik des Volkes ernst nimmt und eine richtigen Neustart wagen,” sagte Ministerpräsident Aso Taro Aso ist bereits der dritte Ministerpräsident der LDP, seit dem Abgang von Junichiro Koizumi im Jahr 2006. Asos Popularität liegt mittlerweile bei unter 20%. In jüngster Zeit erlitt seine Partei bei Kommunalwahlen eine ganze Serie an Niederlagen. Viele Bürger halten Asos Politik ansichts der Finanz und Wirtschaftskrise für unzureichend und ziellos. Im Sog der weltweiten Krise ist Japans Wirtschaft so stark geschrumpft wie seit über dreißig Jahren nicht mehr. Sowohl das Bruttoinlandsprodukt als auch die Industrieproduktion sind in der ersten Hälfte dieses Jahres weiter drasstisch gesunken. Die Arbeitslosigkeit stieg auf – für Japan dramatische – 5%. Experten gehen davon aus, dass es Japan erst besser gehen werde, wenn sich die Wirtschaften der USA und Chinas erholen. Denn Japan hat seit dem zweiten Weltkrieg seine Industrie weitesgehend auf den Export ausgericht. 2010 wird Japan vermutlich seinen Platz als zweite Volkswirtschaft der Welt an China abgeben müssen. Im Zuge der Krise ist vor allem die Nachfrage nach japanischen Autos und Elektronikprodukten zurückgegangen. Viele Arbeiter, die nur Zeitverträge hatten, befinden sich jetzt auf der Strasse.