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Streit um Gibraltar

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Streit um Gibraltar

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Der Streit um das knapp zehn Kilometer grosse überseegebiet dauert bereits über 300 Jahre. Der britische Admiral George Rooke hatte den Felsen 1704 im spanischen Erbfolgekrieg erobert. Im Friedensvertrag von Utrecht wurde er auch offiziell den Briten zugesprochen. Doch die Spanier wollen sich damit nicht zufrieden geben. Sie glauben immernoch daran Gibraltar irgendwann zurückzuerobern.

Aber die Bevölkerung Gibraltars will nicht! In einem Referendum von 2002 hatten sich die 30.000 Einwohner klar für einen Verbleib unter der britischen Herrschaft ausgesprochen. Vor allem der Regierungschef des kleinen Felsens Peter Caruana will von den Ansprüchen Spaniens nichts wissen. Er will die Autonomie Gibraltars vorantreiben. Um sein Gebiet zu verteidigen, verweist Caruana auch auf den Sonderstatus von den spanischen Enklaven Ceuta und Melilla. Wenn Spanien Gibraltar zurück will, dann müsste die spanische Regierung in gleicher Logik Ceuta und Melilla an Marokko zurück geben. Das aber will Spanien auch nicht. Der Streit mit Spanien führte soweit, dass bei der Schiffskatastrophe der New Flame im Jahr 2007 Peter Caruana monatelang jegliche Verantwortung an Spanien abschob. Neben den Streitigkeiten nehmen aber auch die Annäherungen zu. Im Jahr 2006 vereinbarte Madrid und London eine Serie von Erleichterungen für Gibraltar, darunter beschleunigte Grenzkontrollen, den Ausbau der Telefonverbindungen und eine gemeinsame Nutzung des Flughafens. Doch das Thema Souveränität wurde bis jetzt wohlweislich ausgeklammert. Nach der Legende bleibt Gibraltar ohnehin solange britisch wie es dort Affen gibt.