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Gongadze-Mord vor Aufklärung

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Gongadze-Mord vor Aufklärung

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Neun Jahre nach dem Mord an dem ukrainischen Journalisten Gueorgui Gongadze ist der Hintermann offenbar gefasst worden. Wie der Vize-Chef des ukrainischen Geheimdienstes mitteilte, hat ein damals führender Regierungsbeamter gestanden, an der Tat beteiligt gewesen zu sein. Der Ex-General war am Dienstag nach sechsjähriger Flucht verhaftet worden.

Gongadze, Leiter einer Online-Nachrichten-Agentur und scharfer Kritiker des damaligen Präsidenten Leonid Kuchma, war im September 2000 verschleppt worden. Zwei Monate später wurde in einem Wald bei Kiew seine enthauptete Leiche gefunden. Der Verdächtige hatte eine Polizeieinheit geleitet, die Gongadze beschattete. Bereits im vergangenen Jahr waren drei Ex-Polizisten zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Tonbandaufnahmen belasten auch Kuchma selbst, den Mordauftrag gegeben zu haben. Dies konnte dem Ex-Präsidenten bislang aber nicht nachgewiesen werden. Der Mord an Gongadze gilt als einer der Auslöser der Orangenen Revolution, die 2004 Präsident Viktor Juschtschenko an die Macht brachte. Dieser erklärte die Aufklärung des Verbrechens zu seiner Priorität.