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Irak rechnet mit US-Aufbauhilfe

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Irak rechnet mit US-Aufbauhilfe

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Ende Juni zogen sich die rund 140.000 Mann starken US-Truppen aus den Städten und bewohnten Gebieten des Irak zurück. Bis Ende 2010 sollen sie das Land vollständig verlassen. Die irakische Armee und die Polizei aber sind weit davon entfernt, die Sicherheit gewährleisten zu können. Amerikanische Berater und Ausbilder sind daher auch in den nächsten Jahren notwendig. Neben Sicherheitsfragen geht es in Washington um den Wiederaufbau des Irak. Das Telefonnetz muss erneuert, Straßen müssen gebaut werden. Selbst Trinkwasser gibt es nicht für alle. Die Verwirklichung dieser Projekte kostet Milliarden, wobei der Irak im Vergleich zum benachbarten Afghanistan mit seinen Ölreserven Glück hat. Die Einnahmen aus dem Verkauf des Schwarzen Goldes können investiert werden – oder vielmehr könnten. Denn dem Irak fehlt die Technologie für die Förderung und Verarbeitung des Erdöls, die Anlagen sind hoffnungslos überaltet. Die Reserven werden auf 115 Milliarden Barrel geschätzt. 2,4 Millionen Barrel werden werden zur Zeit pro Tag gefördert, vier Millionen Barrel sind das Ziel. 1.700 Milliarden Dollar kann Bagdad in den nächsten beiden Jahrzehnten daraus einnehmen. Das Öl könnte jedoch auch Ursache künftiger Konflikte sein, denn gefördert wird es auch im Norden, in der Autonomen Region Kurdistan. Bagdad befürchtet einen Territorialkonflikt. Nicht zuletzt werden die Zahlungen in Washington Thema sein, die Bagdad seit 1991 in Folge der Invasion Kuweits aus den Öl-Einnahmen zu leisten hat.