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Kommission: hilflos in der Milchkrise

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Kommission: hilflos in der Milchkrise

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Die Europäische Kommission hält die Lage auf dem Milchmarkt für sehr ernst – gibt aber in ihrem Bericht gleichzeitig zu, dass sie über wenig Mittel verfüge, um den Bauern zu helfen, die unter den gefallenen Milchpreisen leiden. Die Produktion und die Quoten will sie jedenfalls definitiv nicht senken – wie es die Mehrheit der Landwirte fordert – und bietet stattdessen nur sehr begrenzte Hilfen an:

“Wir suchen nach verschiedenen Möglichkeiten, um die Staatshilfe von 7500 auf 15.000 Euro pro Landwirt anzuheben, und ich hoffe, dass das helfen wird. Wir wollen auch die Quotenregelung strikter handhaben, und ich denke, dass das positiv aufgenommen wird. Wir können mehr Werbung für Milch machen und Milch in Schulen anbieten. Es gibt also verschiedene Möglichkeiten”. Grundsätzlich liegt das Problem für die Kommission nicht an einer Überproduktion, sondern an einer geringeren Nachfrage. Mit einer stärkeren Liberalisierung wollen sie den Verbrauch ankurbeln. Der EU-Abgeordnete José Bové hält das für kurzzsichtig. “Diese Politik hat dem Verbraucher bisher nichts gebracht, denn nichts hat sich geändert, wenn er einen Liter Milch oder eine Butter kauft. Ich glaube, dass die Kommission eine völlig ideologische Vision hat, nämlich dass man mit der Öffnung der Märkte und der Liberalisierung der Agrarpolitik das Problem lösen wird. Das ist aber nicht wahr, wir sehen das Gegenteil. Alle drei Minuten macht in Europa ein landwirtschaftlicher Betrieb dicht. Das ist die Realität”. Die Standhaftigkeit der Kommission bringt die Bauern auf die Palme. Zahlreich protestierten sie erneut in Straßburg. Deutschland und Frankreich haben bereits zusätzliche Maßnahmen gefordert und setzen sich weiterhin für ein Einfrieren der Quoten ein.