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Millionen verfolgen Rekord-Sonnenfinsternis

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Millionen verfolgen Rekord-Sonnenfinsternis

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Die längste Sonnenfinsternis dieses Jahrhunderts hat am Morgen weite Teile Asiens für wenige Minuten in Dunkelheit getaucht. Knapp ein Drittel der Erdbevölkerung hätte das Naturschauspiel verfolgen können. Doch vielerorts versperrten Wolken und Monsunregen die Sicht.

In Indien fürchten sich viele Menschen vor der angeblich negativen Kraft der verdunkelten Sonne. Hunderttausende gläubige Hindus nahmen deshalb ein reinigendes Bad im Ganges. “Es war so aufregend!”, sagt ein Sonnen-Anbeter, er habe eine 85-prozentige Sonnenfinsternis gesehen, wie von Wissenschaftlern und Meteorologen vorhergesagt. Nach Indien fiel der Mondschatten auf Nepal, Bangladesch, Bhutan, Myanmar, Teile Chinas und Japans und schließlich auf den Pazifik. Wie lange das Schauspiel zu bestaunen war, hing vom Standort ab. Im kaiserlichen China hatten Sonnenfinsternisse den Tod eines Herrschers oder Naturkatastrophen verheißen. Nun hatten die Behörden mit 300 Millionen unerschrockenen Enthusiasten entlang des Jangtse gerechnet. Am längsten war das Ereignis in Japan zu bestaunen, und zwar auf Pazifik-Inseln südlich des Festlandes. Für gewöhnlich wohnen dort nur wenige Menschen, nun gesellten sich Zehntausende hinzu: “Es war etwas wolkig, ich hätte gerne den Ring um die Sonne besser gesehen, aber trotzdem: für mich wurde ein Traum war, das behalte ich in guter Erinnerung”, sagt eine junge Japanerin. Und: “Der Mond hat die Sonne gegessen”, ruft ein Dreijähriger, der selbst ‘Sonne’ heißt. Den Längen-Rekord stellte mit 6 Minuten und 39 Sekunden das Pazifik-Atoll Eniwetok auf. Er wird erst in 123 Jahren wieder gebrochen.