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Schiedsgerichtshof entscheidet über Grenzstreit im Sudan

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Schiedsgerichtshof entscheidet über Grenzstreit im Sudan

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Vertreter der sudanesischen Regierung sind erfreut: Kraft einer Entscheidung des Ständigen Schiedsgerichtshofs in Den Haag erhält die Regierung die rechtmäßige Kontrolle über große Erölreserven. In dem Schiedsspruch ging es nicht direkt um das Öl, sondern um die Gebietsgrenzen der Abyei-Region. Sie waren zwischen der Regierung und der im Süden des Landes herrschenden Sudanesischen Volksbefreiungsbewegung umstritten. Deren Vizechef erklärte, die SPLM werde das Urteil respektieren, denn es diene dem Frieden im Sudan und in der Abyei-Region. Nach Einschätzung von Experten fällt mit der Grenzziehung der größte Teil der vermuteten Öllagerstätten an die Regierung des Sudans. Deren Vertreter in Den Haag lobte die Entscheidung, – obschon die Regierung nicht alles erhalten habe, was ihr nach eigener Auffassung zustehe. Das Schiedsgericht war von beiden Seiten angerufen worden. Zuvor waren bei bewaffneten Auseinandersetzungen etwa 100 Menschen getötet worden. Zehntausende Einwohner von Abyei waren geflohen. Die Akzeptanz der Entscheidung gilt UN-Experten als Voraussetzung dafür, dass ein 2005 vereinbartes umfassendes Friedensabkommen langfristig verwirklicht wird. Es sieht für 2011 eine Volksabstimmung über die mögliche völlige Unabhängigkeit des Südsudans vor. Die Bevölkerung von Abyei soll gesondert entscheiden, ob sie dann zum Norden oder zum Süden gehören will. Dem 2005 beendeten, mehr als 20-jährigen Bürgerkrieg zwischen dem hauptsächlich arabisch-islamischen Norden und dem überwiegend von schwarzafrikanischen Christen bewohnten Süden waren mehr als zwei Millionen Menschen zum Opfer gefallen.