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Wiedeking verliert Machtkampf

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Wiedeking verliert Machtkampf

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Porsche-Chef Wendelin Wiedeking verlässt den Sportwagenbauer. Das teilte der Aufsichtsrat nach einer nächtlichen Marathon-Sitzung mit. Nachfolger wird der bisherige Produktionsvorstand Michael Macht. Auch Finanzvorstand Holger Härter verlässt das Unternehmen. Beide wollten einen “Beitrag zur Befriedung der Situation leisten” hieß es. Wiedeking, bestbezahlter Manager Deutschlands, erhält 50 Millionen Euro Abfindung, von denen die Hälfte in eine Stiftung geht.

Wiedeking hatte Porsche seit 1992 saniert und zum profitabelsten Autobauer der Welt gemacht. Zuletzt aber hatte er sich mit der geplanten Übernahme von Volkswagen verhoben und das Vertrauen der Eignerfamilien von Porsche und VW verspielt. Den Stuttgarter Sportwagenbauer drücken mehr als zehn Milliarden Euro Schulden. Der Porsche-Aufsichtsrat beschloss auch den Einstieg des Wüsten-Emirats Katar sowie eine Kapitalerhöhung um fünf Milliarden Euro. Nun gilt als sicher, dass Volkswagen Porsche schrittweise übernehmen und als zehnte Marke in den VW-Konzern integrieren wird. Beide Unternehmen haben gemeinsame Ursprünge. Dies wäre auch ein Sieg für Niedersachsen. Das bei der EU-Kommission umstrittene VW-Gesetz sichert dem Bundesland ein Veto.