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Streikwelle und Proteste

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Streikwelle und Proteste

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Südafrika befindet sich in der schwersten Rezession seit fast 20 Jahren. Leidtragende sind die Armen. Die Bewohner der Townships machen ihrem Ärger mit gewaltsamen Protesten Luft. Seit einer Woche kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Demonstranten. Der neue ANC-Präsident Jacob Zuma drohte mit Gewalt. Die Wurzeln des Konflikts liegen tief. Auch 15 Jahre nach Ende der Apartheid leben immer noch Millionen Menschen in Baracken, ohne Strom und fließendes Wasser.

Zuma gewann viele Unterstützer durch sein Versprechen, den Armen zu helfen. Aber viele haben keine Hoffnung auf Besserung. Ein Township-Bewohner erklärt: “Seit zwanzig Jahren hat sich hier nichts verändert. Es gibt keine Entwicklung. Sie können es mit eigenen Augen sehen. Es gibt keine Unterhaltung und keine Einrichtungen für Jugendliche. Außerdem werden keine Arbeitsplätze geschaffen.” Seit Beginn der weltweiten Wirtschaftskrise haben bereits 400.000 Menschen ihre Arbeit verloren. Die Situation ist dramatisch, denn das allgemeine Armutsniveau liegt ohnehin schon bei fast 50 Prozent. Ein anderer Bewohner sagt: “Ich wünsche mir von Präsident Zuma, dass alle diese Baracken beseitigt und durch echte Häuser ersetzt werden – mit mindestens zwei oder drei Zimmern und einer richtigen Toilette. Zuma ist es in den ersten drei Monaten seiner Amtszeit nicht gelungen, die versprochene soziale Wende einzuleiten. Die Korruptionsvorwürfe setzen dem Afrikanischen Nationalkongress zu. Die Demonstranten fordern die Entlassung lokaler Politiker. Erschüttert wird das Land zudem von einer Streikwelle. Nächste Woche will der öffentliche Dienst in den Ausstand treten. Keine guten Nachrichten für Nelson Mandela, der vergangene Woche seinen 91.Geburtstag feierte. Die Krise im Land gefährdet das Erbe Mandelas und sein Versprechen, jedem Township-Bewohner ein Haus zu bauen.