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Präsidentenstichwahl in Guinea-Bissau

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Präsidentenstichwahl in Guinea-Bissau

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Im westafrikanischen Guinea-Bissau hat die zweite Runde der Präsidentschaftswahlen begonnen. Rund 600.000 Wahlberechtigte entscheiden in der Stichwahl zwischen zwei ehemaligen Präsidenten.

Die Präsidentenwahl war nach der Ermordung von Amtsinhaber João Bernardo Vieira durch Militärs Anfang März nötig geworden. Der Favorit Malam Bacai Sanha kommt von der regierenden “Unabhängigkeitspartei”.

Er erhielt im ersten Wahlgang vor einem Monat rund 39 Prozent der Stimmen. Gegenkandidat Sanhas ist Kumba Yala von der oppositionellen “Partei der Sozialen Erneuerung”. Er kam nur auf rund 29 Prozent.

Die Wahl in der ehemaligen portugiesischen Kolonie wird von rund 5000 Soldaten und Polizisten überwacht, etwa 150 internationale Beobachter befinden sich ebenfalls im Land. Der an der afrikanischen Westküste gelegene Kleinstaat galt lange als Hoffnungsträger für den wirtschaftlichen Fortschritt in Afrika. Heute zählt Guinea-Bissau jedoch zu den ärmsten Ländern der Welt. Zwei Drittel der 1,5 Millionen Einwohner leben unterhalb der Armutsgrenze.

Schuld daran ist auch ein Bürgerkrieg, der das Land Ende der 90er Jahre beutelte und die Infrastruktur in der Hafenstadt Bissau großenteils zerstörte. Mttlerweile gilt das Land als eines der wichtigsten Transitländer für den Kokainschmuggel von Südamerika nach Europa.