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Kyrill und die orthodoxe Kirche in der Ukraine


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Kyrill und die orthodoxe Kirche in der Ukraine

Patriarch Kyrill hat erst zu Jahresbeginn die Führung der Russisch-Orthodoxen Kirche übernommen. In Russland blüht die Orthodoxe Kirche seit dem Ende des Kommunismus in bestem Einvernehmen mit den Herrschenden auf – hier Präsident Medewedjew und sein Vorgängern bei der Einführungsmesse des neuen Patriarchen.

Der Oberhoheit von Kyrill unterstehen neben der ukrainischen auch die weißrussische und die moldauische orthodoxe Kirche sowie kleinere Gemeinden auch in Deutschland und Österreich. Unter Metropolit Volodymyir erkennt eine Minderheit von Gläubigen in der Ukraine die Moskauer Oberhoheit an. Patriarch Filaret vertritt jene Mehrheit, die für eine eigenständige ukrainisch-orthodoxe Kirche eintritt, und dann gibt es unter Metropolit Mefodij noch eine von der offizielle Orthodoxie abgespaltene kleine Gemeinde. Die religiöse Opposition in der Ukraine ist natürlich im Zusammenhang mit den politischen Verhältnissen zu sehen. Darum wird Kyrill neben dem Metropoliten von Kiew auch Staatspräsident Juschtschenko treffen. Der hatte im Vorjahr den 28. Juli, an dem sich im Jahr 988 Fürst Wladimir, Herrscher der Kiewer Rus hatte taufen lassen, zum staatlichen Feiertag erklärt. Der Kiewer Patriarch Filaret führt zwar weniger Gemeinden – aber mit einer wesentlich höheren Zahl an Gläubigen als der sich zur Moskauer Oberhohheit bekennende Volodymir. Während Partriarch Kyrill anreiste, prügelten sich vor der Gedenkstätte für den Ahnherren der Orthodoxie Anhänger beider Gemeinschaften. Der Kiewer Patriarch Filaret hatte sich im Winter 2004 klar an die Seite der orangenen Revolution gestellt, die vorangegangene Wahlfälschung verurteilt und betont, seine Kirche werde stets die Sache des Volkes vertreten. Patriarch Kyrill hat seinen Besuch mit Bedacht in die Woche der Gedenkfeiern gelegt. Er sagte, er sei als Pilger an den Ursprungsort des orthodoxen Glaubens gekommen.

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