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Sarkozy wieder wohlauf: Transparenz keine Tradition

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Sarkozy wieder wohlauf: Transparenz keine Tradition

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Nach seinem gestrigen Schwächeanfall soll Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy das Pariser Militärkrankenhaus Val-de-Grâce heute wieder verlasssen. Medizinische Untersuchungen hätten keine Auffälligkeiten gezeigt, so der Elysee-Palast. Ein Termin für den Abend wurde aber abgesagt.

Der begeisterte Sportler hatte beim Joggen in Versailles laut Angaben aus seinem Umfeld eine vasovagale Synkope erlitten, einen kurzzeitigen Bewusstseinsverlust, der in der Regel unbedenklich ist. Dass die typischen Auslöser dafür zusammengekommen seien, sei gut vorstellbar, sagt der Kardiologe Philippe Menashe: ein zu voller Tagesablauf, sehr viel Arbeit, Hitze und körperliche Ertüchtigung. Sarkozy, von der Presse gelegentlich als “Omnipräsident” verspottet, kann durchaus auf eine volle Agenda verweisen: Seit dem Nationalfeiertag am 14. Juli traf er unter anderem den UNO-Generalsekretär in New York, Radfahrer bei der Tour de France und den Präsidenten Kameruns in Paris. Wie seine Vorgänger versprach auch Sarkozy, regelmäßig über seine Gesundheit zu berichten; anders als seine Vorgänger wollte er dabei transparent sein. Francois Mitterand hatte einst elf Jahre lang seinen Krebs verschwiegen. Doch auch Sarkozy verschwieg bereits eine kleine Operation kurz nach Amtsantritt.