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Proteste gegen Wahlbetrug in Kirgistan

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Proteste gegen Wahlbetrug in Kirgistan

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Mehrere Tausend Demonstranten haben in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek und landesweit gegen die mutmaßliche Fälschung der Ergebnisse der Präsidentschaftswahl protestiert. Viele wurde sofort festgenommen.

Nach den Wahlen am 23. Juli war Amtsinhaber Kurmanbek Bakijew mit 76 Prozent der Stimmen zum Sieger erklärt worden. Sein Herausforderer Almazbek Atambajew erhielt nach offiziellen Angaben nur acht Prozent. Das zentralasiatische Kirgistan grenzt an Afghanistan, den Iran, China und Russland an und ist deshalb ein Zankapfel zwischen den USA und Russland. Der amtierende Staatschef Bakijew war nach der sogenannte Tulpenrevolution im Jahr 2005 zum Staatschef des Landes gewählt worden. Die Opposition wirft ihm Korruption und Machtmissbrauch vor. Oppositionschef Atambajew hatte aus Protest gegen den mutmaßlichen Wahlbetrug noch am Wahltag seine Kandidatur zurückgezogen. Auch die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa OSZE sprach von zahlreichen Unregelmäßigkeiten, darunter auch Fälle von mehrfacher Stimmabgabe. Zum Beweis für ihre Vorwürfe führte die Opposition ein Amateurviedo vor. Es zeigt, wie Personen mehrere Wahlzettel auf einmal in eine Urne stecken.