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Zehnjähriges Thronjubiläum des marokkanischen Königs

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Zehnjähriges Thronjubiläum des marokkanischen Königs

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Nach seinem Amtsantritt wurde der damals 36 Jahre alte 18. Monach aus der Dynastie der Alewiden mit Vorschußlorbeeren bedacht wie “Reformer-König” oder auch “König Wagemut”..

Die Hoffnung war groß, er werde es anders machen als sein Vater Hassan II., der das Land 38 Jahre lang mit eiserner Hand regiert hatte. Mohammed VI. machte seither manches anders. Diese Bilder stammen z. B. von seiner Rede in Parlament, mit der er 2004 eine einschneidende Änderung des Familienrechts zugunsten der Frauen ankündigte. Und er ließ die vielen unter seinem Vater eingekerkerten Oppositionellen frei. Mehr noch, es wurde öffentlich über Freiheitsberaubung und geheime Gefängnisse gesprochen, die Opfer erhielten finanzielle Entschädigungen. Kritik am König bleibt trotz erweiterter Meinungsfreiheit allerdings ein Straftatbestand. Die Monarchie steht nicht zur Disposition, um sie in konstitutionelle Richtung zu verändern – etwa wie die britische – bedarf es laut Artikel 19 der Verfassung einer Weisung des Königs. Hier besuchte er Opfer des Anschlages von Casablanca 2003. Die Attentäter kamen aus der Slums der Großstadt, was auf die immer noch beträchtlichen sozialen Probleme im Königreich Marokko hindeutet. Die sollten auch mit dem Geld aus dem Nachbarschaftsfond der EU gelöst werden. Damit will die Europäischen Union erklärtermaßen auch Demokratie und Rechtstaatlichkeit fördern. Dass dabei noch nicht mehr erreicht wurde, wird in Marokko offiziell auch mit der Gefahr begründet, die von islamistischen Gruppen ausgeht. Es liegt nicht nur an Naturktastrophen wie dem Erdbeben von 2004, wenn in Marokko 85 Prozent der Dörfer noch keinen Stromanschluß haben. Von Reformen und wirtschaftlicher Entwicklung profitieren bisher vor allem die Menschen in den großen Städten und den Touristengebieten. Das Wirtschaftswachstum wird für die zehn Jahre seit der Thronbesteigung des Königs mit Zahlen zwischen 4 und 5 Prozent angegeben. Gleichzeitig liegt die Analphabetenrate im Lande noch über 40 Prozent. Nur 62 Prozent der Bevölkerung haben Zugang zu medizinischer Versorgung. Der König hingegen wird vom Magazin Forbes auf der Liste der Superreichen des Planeten auf Platz 7 gesetzt. Im 2. Jahrzehnt seiner Herrschaft bleibt Mohammed VI. noch eine Menge zu tun.