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Castro verschiebt Parteitag

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Castro verschiebt Parteitag

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Das gute Leben ist vorerst vorbei. Wir müssen den Gürtel enger schnallen. Das sagte Kubas Präsident Raul Castro seinen Landsleuten bereits beim Nationalfeiertag vor sechs Tagen. Nun zog der 78-Jährige die Konsequenz aus der Wirtschftskrise und ließ über die staatliche Presse mitteilen, dass er den geplanten Parteitag der Kommunisten am Jahresende auf unbestimmte Zeit verschoben hat.

Manuel Ouesta Monua ein Regimekritiker meint: “Wir werden sehen, wenn die beiden Brüder nicht mehr da sind, dass die kubanische Gesellschaft in eine andere Richtung gehen wird. Das ist beiden bewußt. Sie wollen Ruhe im Land, wollen die große gesellschaftliche Debatte die die Menschen führen wollen, vermeiden. Und sie wollen die Debatte darüber vermeiden, wohin sie die kubanische Gesellschaft in den letzten 50 Jahren geführt haben.” In Zuge der Weltwirtschaftskrise hat Kuba einen bedeutenden Rückgang seiner Einnahmen zu verzeichnen. Vor allem die Haupteinnahmequellen, der Tourismus und die Nickelproduktion scheinen zu versiegen. Dagegen sind die Importpreise für Öl und Lebensmittel stark gestiegen. Beobachter gehen davon aus, das Raoul Castro heute im kubanischen Parlament das Wort ergreifen wird. Wirtschaftsfragen stehen im Mittelpunkt der Sitzung. Der Parteitag der Kommunisten sollte eigentlich alle vier Jahre stattfinden. Den letzten gab es im Oktober 1997.